Ist Ihnen die Technik wichtiger als Sie selbst? Genau dieser Eindruck ergibt sich üblicherweise in Präsentationen: Eine helle, übergroße Projektion – und daneben eine Vortragende, die kaum wahrnehmbar ist. Die Technik dominiert. Die Person verschwindet. Die Person als „Technikbediener“. Noch verstärkt wird dieser Effekt durch aufwendige Animationen. Der optische Schnickschnack zieht alle Blicke auf sich – und verdrängt nicht nur den Vortragenden, sondern auch seine Botschaft.
Beim Einsatz technischer Hilfsmittel sollten Präsentierende nicht vergessen: es geht um Kommunikation. Und Kommunikation ist in dem Maße erfolgreich, wie Redner und Zuhörer in gutem Kontakt zueinanderstehen. Oder würden Sie jemandem zuhören, der Sie nicht anschaut? Erst durch den sichtbaren Kontakt entsteht eine Beziehung, die den Zuhörer dazu bringt, dem Redner ein Ohr zu leihen.
Das bedeutet für Sie: Je mehr Technik Sie einsetzen, umso wichtiger wird Ihre Aufgabe als Kontakter und Beziehungsmanager. So gilt es am Anfang Ihrer Präsentation, einen sichtbaren Kontakt zu Ihren Zuhörern herzustellen.
Kontaktbrücke zum Publikum
Als Beispiel: Eine geübte Rednerin fördert ihre Überzeugungswirkung, indem sie die Distanz verringert. Zur Begrüßung stellt sie sich vor den Tisch oder Projektor. Die Beziehung ist eindeutig. Keine Barriere trennt sie von ihren Zuhörern. Die Zuhörer spüren, dass sie gemeint sind. Nach der Begrüßung und den einleitenden Worten wechselt die Rednerin den Standort und startet den Beamer mit der ersten Folie.
Auch versierte Redner nutzen gerne die Dramaturgie des verzögerten Beginns – erst Kontakt aufbauen, dann sprechen. Der Blickkontakt wird als Signal der Wertschätzung empfunden. Über diese emotionale Kontaktbrücke zum Publikum entsteht eine Beziehung.
Bewegung nimmt mit!
In einen guten Kontakt zu investieren, lohnt sich aus einem weiteren Grund. Sobald Sie alle Blicke auf sich gezogen haben, können Sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer auch weiterhin steuern.
So gewinnen Sie die Zuhörer durch Ihren Körpereinsatz:
- Wer sich bewegt, der ist präsent. Wer präsent ist, dem hört man zu. Wechseln Sie daher Ihre Position im Raum, kontrollieren Sie den Raum. Zwischendrin: Fester Standpunkt!
- Durch große Gesten führen Sie die Blicke Ihrer Zuhörer. Die Hinweisgesten über Ihre Arme und Hände sind häufig eindrucksvoller als der klitzekleine rote Punkt des Pointers.
- Die Dynamik Ihrer Körpersprache unterstreicht die Kraft Ihrer Aussagen. Werden Sie eindrücklich, indem Sie auf die Zuhörer zugehen. Setzen Sie Ausrufezeichen mit Ihren Armen und Händen.
Zeigen Sie besonders im Einstieg, dass Ihnen die Zuhörer wichtiger sind als Ihre Folien auf der Leinwand. Bewegen Sie sich auf Ihr Publikum zu, um die Distanz zu verringern. Schauen Sie in die Gesichter Ihrer Zuhörer - nicht ins Notebook oder auf die Leinwand. Verlassen Sie sich nicht auf fliegende Zeilen Ihre PowerPoint Folien – Ihre persönliche Power ist überzeugender!