Weniger ist mehr. Klingt einfach und die Konsequenz liegt auf der Hand: Reduzieren Sie die Inhalte Ihrer Präsentation auf das Wesentliche. Gesagt, getan? Die Praxis zeigt häufig das Gegenteil! Offensichtlich scheitern viele Vortragende genau daran: am Weglassen.

Zuhörer denken dann nur noch: Wie soll ich mir das alles merken? Der Vortrag ist zu schnell, die Erklärungen zu detailliert, die Folien überladen. Kurz gesagt: Es wird zu viel.

Warum ist es so schwer, sich als Vortragender von Inhalten zu trennen? Aus meiner Sicht ist die Begründung zweiteilig. Zum einen schauen Vortragenden zu wenig mit der Brille Ihrer Zuhörer. Und zum anderen ist es das Bestreben, die eigene Kompetenz zu beweisen.

Hier wird‘s gefährlich

Umso mehr Sie in einem Thema drinstecken, umso eher neigen Sie dazu, den Blick von außen zu verlieren. Sobald das Thema mit Ihrem Produktwissen, Ihren Fachkenntnissen oder den Daten und Ergebnisse aus Ihrem Projekt zu tun hat, wird’s gefährlich! Gerade weil Sie alle Details kennen, ist die Gefahr groß, dass Sie zu ausführlich werden. Das Interesse der Zuhörer ist indes, auf konkrete Fragen, kurze, klare Antworten zu bekommen. Antworten, die verständlich sind und zum weiteren Fragen einladen.

Der zweite Aspekt ist eher psychologisch. Ein wesentliches Ziel für jeden Vortragenden ist, gut dastehen zu wollen. Zu erkennen geben, dass man im Thema steht und von einer Sache Ahnung hat. Das ist legitim. Allerdings ist dieses Motiv gefährlich, wenn es zu einem Auftritt führt, der selbstbezogen und ohne Rücksicht auf die Zuhörer geschieht.

Was bedeutet das für Sie? Wie kommen Sie zu einem Weniger ist mehr? Und machen dabei noch eine kompetente Figur?

Mit der Brille der Zuhörer

Der Antwort liegt in der klaren Orientierung der Zuhörer. Setzen Sie bereits bei der inhaltlichen Vorbereitung die Zuhörerbrille auf. Gehen Sie von den Fragen Ihrer Zuhörer aus Wählen Sie die Informationen aus, die für Ihre Zuhörer von Nutzen und Bedeutung sind.

Die Herausforderung besteht darin, sämtliche Inhalte Ihres Themas auf Kernaussagen zu reduzieren. Kernaussagen, die Antworten auf die Fragen Ihrer Zuhörer bieten. Günstigenfalls haben Sie Ihr Thema damit auf 3 Antworten zusammengestrichen.

Hilfreich könnte dabei ein Zettel sein. Signalgelb sollte er sein, damit Sie Ihre Kernaussagen fortan leicht im Blick behalten:

Am Ende meiner Präsentation sollen die Zuhörer diese drei Kernaussagen mitnehmen:

1.-------------------------------------

2.-------------------------------------

3.--------------------------------------

Und das Ergebnis dieser Reduzierung aus Sicht der Zuhörer? Ihre Zuhörer werden am Ende ein Erfolgserlebnis haben! Sie haben Antworten auf ihre Fragen erhalten und können Kernaussagen besser behalten. Die Anerkennung der Zuhörer ist Ihnen gewiss!

Tipp PUNKTGENAU
Die Herausforderung für Sie besteht darin, die Inhalte Ihrer Präsentation zu reduzieren. Als wichtiger Filter dienen Ihnen dabei die Fragen Ihrer Zuhörer. Nur das auswählen, was aus Sicht der Zuhörer bedeutend ist. Das Prinzip kennen Sie: Angebot und Nachfrage. Sonst laufen Sie Gefahr, dass Ihnen keiner zuhört. Woran können Sie erkennen, dass die Inhalte Ihrer Präsentation erfolgreich gekürzt haben? Es muss Ihnen weh getan haben. Sie wissen doch: Scheiden tut weh!